Main- Weser- Bahn Kassel - Frankfurt

Kassel Hbf
Kassel- Kirchditmold
nach Naumburg und Waldkappel
Kassel- Wilhelmshöhe
Kassel- Oberzwehren
Rengershausen
nach Bebra
Guntershausen
nach Gudensberg Grifte
Ederbrücke Grifte
Wolfershausen
Altenbrunslar
Gensungen-Felsberg
Schwalmbrücke Rhünda
nach Bad Wildungen, Korbach
Wabern
zur Mülldeponie Uttershausen
Borken
Singlis
ehemals nach Gemünden/Wohra Zimmersrode
Schlierbach
nach Bad Hersfeld und Malsfeld
Treysa
Wiera
Neustadt
Stadtallendorf
nach Burg- und Nieder- Gemünden und ehemals nach Gemünden/Wohra
Kirchhain
Anzefahr
nach Erndtebrück und Frankenberg
Cölbe
Marburg/Lahn
ehemals nach Dreihausen
Marburg Süd
nach Herborn
Niederwalgern
nach Wetzlar und Fulda
Giessen
nach Bad Homburg, Hanau, Nidda, Hungen
Friedberg
Frankfurt/Main
Eröffnungsdaten
03.09.1849 Cassel-Gensungen (nach Quelle 6)
29.12.1849 Guntershausen - Wabern
2.1.1850 Wabern - Treysa
4.3.1850 Treysa - Kirchhain
3.4.1850 Kirchhain - Marburg
25.7.1850 Marburg - Giessen
1.5.1852 Lang Göns- Butzbach
15.5.1852 Giessen - Lang Göns (nach Quelle 6 Giessen-Frankfurt)

Die Strecke Kassel- Frankfurt wird gemeinhin als "Main- Weser- Bahn" bezeichnet. Unbestritten ist, daß Frankfurt am Main liegt- aber Tatsache ist auch, daß Kassel nicht an der Weser liegt. Eine "Main- Fulda- Bahn" hätte man aber sicher leicht mit der Bebra- Hanauer- Bahn verwechselt, und außerdem wird die Weser ja bereits wenige Kilometer nordwestlich Kassels über die hannoversche Südbahn erreicht.

Die Bauarbeiten für die Main- Weser- Bahn begannen 1847, bereits zwei Jahre später, am 29.12.1849, wurde der Abschnitt Cassel- Wabern eröffnet. Mit Schließung der Lücke Giessen- Langgöns war ab 15.5.1852 ein durchgehender Betrieb Cassel- Frankfurt möglich.

Der am 29.8.1848 eröffnete Abschnitt Cassel- Guntershausen wird von der "Friedrich Wilhelms- Nordbahn " mitbenutzt.

Bemerkenswerte Bauten an der Strecke sind:

  • Die Ederbrücke zwischen Grifte und Wolfershausen
  • Blockstelle "Wasserscheide" zwischen Neustadt und Stadtallendorf
  • das Viadukt vor Friedberg

Am 20.3.1967 fuhr der erste elektrische Zug die gesamte Strecke, nachdem Frankfurt - Giessen schon Jahre zuvor elektrifiziert wurde.

Ins Blickfeld der Dampflokfreunde geriet die Strecke, als das Bw Kassel auf ihr die Neubau- Dampfloks 10 001 und 10 002 einsetzte. Der F43/44 "Roland" war Mitte der sechziger Jahre der letzte dampfbespanne Fernschnellzug (hinter 01.10)

In der Gegenwart ist das Bild geprägt von Interregios (mit 101 und 120) und Regionalexpress- Zügen (mit Doppelstockwagen und 111).

Auf gehts! Bei Kilometer 0,0 startet 01 1101 mit einem Schnellzug die Fahrt auf der Main- Weser- Bahn. Gut zwei Wochen nach dieser Aufnahme (vom 5.3.1967) begann der elektrische Betrieb zwischen Kassel und Giessen.
Die Brücke am Tannenwäldchen überquert das Vorfeld des Hauptbahnofes und bietet einen herrlichen Ausblick auf den Bahnbetrieb.
Die Südspitze des Kasseler Dreiecks. Hier verlaufen die Strecken nach Frankfurt, Bebra und Fulda (NBS) parallel. Die Gleise nach Warburg und Korbach liegen auf der Brücke. Im Hintergrund links beginnt der Rangierbahnhof.
Der EXE aus Hannover muß die Ausfahrt des EIB- Treibwagens nach Erfurt (über Eichenberg und Leinefelde) abwarten, 09. 06. 2000.
Die gleiche Stelle aus anderer Perspektive, 40 Jahre zuvor: der Autor im Kindergartenalter bestaunt die Durchfahrt des Ft "Roland" am 29.4.1962.
10 001 vor einem Eilzug unter der Raabebrücke in Kassel-Kirchditmold. Aufnahme von John Price.
Eine unbekannte 01.10 passiert mit ihrem Eilzug die Berliner Brücke und den Kindergarten, den ich Anfang der Sechziger besuchen durfte. Mein Interesse an der Bahn liegt hier begründet!
Am 2. April 1972 zieht eine 112 den IC "Messestern" nach Hannover. Die Aufnahme entstand zwischen Wilhelmshöhe und Kirchditmold.
110 324 fährt mit dem D371 "Schweiz-Express" am Dreikönigstag 1982 in den Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ein.
Aus der Sammlung von W. Nußbaum stammt dieses herrliche Foto von F44 "Roland" bei der Einfahrt nach Kassel- Wilhelmshöhe.
103 127 vor D773 am 5. September 1981 in Wilhelmshöhe. Der Klinkerbau des Stellwerkes ist heute in den neuen IC- Bahnhof integriert.
1988 war Wilhelmshöhe bereits Baustelle. Die Brücke im Zuge der Wilhelmshöher Allee ist bereits fertiggestellt, die Rampen zu den Bahnsteigen (rechte Bildhälfte) sind deutlich zu erkennen.
Blick von der "Kohlenstraßenbrücke" auf die Wilhelmshöher Bahnanlagen am 17.12.1981. Der E2171 mit 112 498 verläßt den Bahnhof Richtung Süden.
103 167 vor D773 unter der "Kohlenstraßenbrücke" am 17.12.1981.
Der gleiche Blickwinkel, nur 26 Jahre später: vorn die Gleise der HLB nach Baunatal und Naumburg, dann zwei ICEs auf der Neubaustrecke und im Hintergrund der Regionalexpress nach Frankfurt.
Aus Anlass der Bundesgartenschau 1981 kamen viele Exoten nach Kassel, hier zwei 403 mit einer Reisegruppe aus Augsburg (Foto: Rainer Neumann)
Durch diesen Einschnitt verlassen alle Züge Kassel Richtung Süden. Oberhalb der 110 die eingleisige Strecke nach Naumburg. Aufnahmetag ist der 21.3.1981
19 Jahre später haben sich die Gleisanlagen gründlich verändert. Oberhalb der 103 sieht man die Schienen der Kassel- Naumbrger Eisenbahn, die im Zuge der Umbauten verlegt wurden. Der IR benutzt die Neubaustrecke, während der Verkehr Richtung Guntershausen durch den Tunnel geleitet wird.
Zwischen Ober- und Niederzwehren verläuft die Bahn auf einem hohen Damm. Hier kommt 103 228 mit dem D791 daher, aufgenommen am 9. Mai 1981.
Oberzwehren im Umbruch: 1988 waren die Bauarbeiten in vollem Gange. Im Vordergrund ist der Tunnel der NBS zu sehen, teilweise noch ohne Deckel.
TEC 40008 fährt auf der Main- Weser- Bahn nach Süden, während Fahrgäste auf die RT in der Gegenrichtung warten. Unter dem Bahnsteig verläuft die NBS.
In Rengershausen standen bis 2002 noch die alten Formsignale, aber die Überholgleise waren schon abgebaut. Die Gleise, die der IR am 29. 09. 2000 befährt, gehören zur Main- Weser- Bahn und zur Friedrich- Wilhelms- Nordbahn. Die Neubaustrecke hat sich bereits ausgeklinkt und liegt im Tunnel ca. 20 m unter diesem Standpunkt.
Eine 140 mit einem Güterzug passiert die gleichen Stelle ebenfalls im Jahr 2000.
103 200 mit dem D791 an der Blockstelle Buchberg kurz vor Guntershausen im Jahr 1981.
Eine an die DB verliehene Taurus befördert den IC über die Umleitungsstrecke via Marburg/Giessen nach Frankfurt. Auf Chip gebrannt habe ich die Szene in aller Frühe (7:48 :-) am 22. April 2011.
In Guntershausen passieren die modernen Züge dieses Ensemble aus Formsignalen und Hebelstellwerk, September 1999
101 110 mit IR nach Konstanz in der nördlichen Einfahrt von Grifte, April 2001
110 215 mit D371 "Schweiz- Express" in der nördlichen Einfahrt von Grifte, 1981
Nur 500 Meter weiter südlich legt sich der IR Hamburg - Konstanz in die Kurve, September 1999
Bei Störungen auf der NBS werden die ICE über die Main-Weser-Bahn umgeleitet, hier in Grifte, Mai 1999.
Umgeleiteter ICE auf der Ederbrücke zwischen Grifte und Wolfershausen, Ostern 2010.
Info zur Ederbrücke Grifte: In der Nacht zum 17. Mai 1943 wurde die Edertalsperre durch englische Bomber schwer beschädigt. Die auslaufenden Wassermassen töteten viele Menschen und Tiere, weite Teile des unteren Edertales wurden verwüstet. Die Eisenbahnbrücken bei Bergheim-Giflitz und Grifte wurden durch die Flutwelle zerstört. Die Umleitung erfolgte über Malsfeld (Nordkurve), Homberg/Efze nach Treysa. Die Ederbrücke hinter Grifte wurde nach dem Krieg wiederaufgebaut und war die erste Spannbeton- Eisenbahnbrücke Deutschlands. Weitere Bilder, auch zur Zerstörung beim Ederhochwasser, finden Sie hier
200 Meter weiter: eine Bügelfaten-110 passiert diese schöne Eiche. Auch dem Autor Stan Nadolny (Netzkarte) ist der Baum aufgefallen. Aufnahme vom 5.11.1983.

Die Ablösung der Baureihe 111 (sie war seit Einsatz der DoSto in 1997 die Stamm-Lok für die REs auf der MWB) in Form von 146 119-3 mit RE 4155 von KS (ab 8:23 Uhr) nach Ffm (an 10:34 Uhr) durcheilt am 11.12. 2012 die Haltestelle Wolfershausen (Km 20,0) um 8:41 Uhr. Foto: Stefan Umbach

Ostern 2010 konnte ich einen ICE-T bei Altenbrunslar im Edertal fotografieren. Er wurde wegen der Bauarbeiten am Distelrasen- Tunnel über Marburg geleitet.
Am Ende eines trüben Tages kamen Sonne und Autozug: 120 154 vor AZ13371 nach Alessandria kurz vor dem Bahnhof Felsberg-Gensungen, 25.7.2014.
Die legendäre HENSCHEL- Dampfmotorlok 19 1001 auf Probefahrt in Gensungen- Felsberg. Aufnahme von Rudolf Kreutzer, Veröffentlichung freundlicherweise genehmigt von www.eisenbahnstiftung.de
145-CL-012 vor einem Ganzzug aus Erzwagen am Beginn der Singliser Kurve am 23. September 2012.
221 117 der EfW vor einem Bauzug in der Einfahrt Zimmersrode am 8. März 2011
Der 300-Seelen-Ort Schlierbach besaß ausgedehnte Bahnanlagen. Sie dienten der Basaltverladung. Noch heute zeugen überwucherte Gleise und eine Bahnsteigunterführung von der einstigen Bedeutung der Station. Unbeeindruckt von solchen historischen Gedanken durcheilt 101 110 mit ihrem IC am 16. Juli 2013 den abgelegenen Bahnhof.
Die 450 Einwohner von Waltersbrück wohnen zwar rechts und links der Main-Weser-Bahn, jedoch hat man ihnen bis heute keinen Haltepunkt spendiert. Am 2ß. April 1981 passiert 112 501 mit einem Schnellzug die evangelische Kirche.
Geographisch korrekt, zeitlich aber ein großer Sprung zurück ins Jahr 1967: am 20. März durfte 10 001 den formell letzten Dampfzug nach Giessen bringen ...
... während E03 003 die Ehre hatte, den ersten elektrischen Zug nach Kassel ziehen zu dürfen. Beide Bilder entstanden bei Dittershausen (nördlich von Treysa) und wurden von John Price aufgenommen.
RT9 bei der Einfahrt in Treysa 11. August 2012
Der Block Wasserscheide markiert den höchsten Punkt der Main-Weser-Bahn. Im Jahr 1981 passiert 110 444 mit einem Schnellzug das Blockwärterhäuschen. Merkwürdigerweise lautet die Anschrift "Wasserscheide Weser <-> Rhein".
In Stadtallendorf findet man noch Formsignale; die Einfahrt aus Kassel liegt mittags gut in der Sonne, weil die Strecke hier eine große Schleife macht. An Farbenpracht fast nicht mehr zu überbieten ist es, wenn die FLIRTs der Hessichen Landesbahn die Szenerie passieren wie hier am 27. August 2016 um 12:16.
Stadtallendorf ist mit ca. 20000 Einwohneren und mehreren großen Industriebetrieben (Ferrero, Eisengießerei Winter, Hoppe) ein nennenswerter Wirtschaftsstandort in Mittelhessen. Die Bundeswehr ist mit zwei Kasernen seit 1959 im Ort präsent. Zwei Anschlußgleise führen aus dem Bahnhof: zur Herrenwaldkaserne (mittlerweile ist dieser Anschluss stillgelegt) und in ein Industriegebiet. Die Übergabe wird von Loks der Baureihe 294 erledigt.
185 515 vor einem Schotterzug zwischen Kirchhain und Anzefahr am 14. Oktober 2011
111 063 mit einem Regionalexpress nach Frankfurt/Main bei Anzefahr 14. Oktober 2011
Im Blockabstand folgte 152 060 mit einem gemischten Güterzug, Anzefahr 14. Oktober 2011
Das Highlight dieses schönen Herbsttages: 110 409, eine der letzten ihrer Art, vor einer Regionalbahn. Anzefahr 14. Oktober 2011
Wieder ein Regionalexpress, wieder Anzefahr, diesmal jedoch im Bereich des Haltepunktes. Die Fahrgäste warteten auf die nachfolgende Regionalbahn, ...
... die aber leider nicht mehr mit 110 bespannt war. 425 550 am Bahnübergang Bürgeln am 11. August 2012
Haltepunkt Bürgeln 14. Oktober 2011
103 127-7 hat mit D778 am 17. April 1983 das "Cölber Eck" (die Einmündung der B62 in die B3) passiert und legt sich in die Kurve zum "ABC-Abschnitt" (Anzefahr-Bürgeln-Cölbe). Den erhöhten Fotostandpunkt haben wir der neugebauten B3 zu verdanken, die alte Trasse verläuft am Waldrand im Hintergrund.
103 240 hat mit dem D791 aus Kassel am 22. Februar 1981 den Bahnhof Marburg/Lahn erreicht. Die Lok ist noch nahezu im Ablieferungszustand: Schürze, Pufferverkleidung, schwarzer Rahmen.
Am 29. März 1981 stehen zwei Züge zur Fahrt Richtung Kassel bereit: 111 036 mit Eilzug und 110 166 mit D370. Auf dem Berg erkennt man den Kaiser-Wilhelm-Turm (auch Spiegelslustturm genannt), von dem man seit 1890 eine herrliche Aussicht in das Lahntal und auf die Stadt Marburg hat.
Am 1. Mai 2017 verlässt ein FLIRT der Hessischen Landesbahn Marburg Süd Richtung Frankfurt. Vom Damm der Stadtautobahn bietet sich ein herrlicher Blick auf das Marburger Schloss. Östlich der Main-Weser-Bahn (also rechts im Bild) war früher das Betriebsgelände der Marburger Kreisbahn (Strecke nach Dreihausen).
Bei Niederweimar fährt dieser Kohlezug mit 37024 (akiem, vermietet an CFLcargo) gen Süden (1. Mai 2017). Auf streckenparallelen Weg sind einige Wandergruppen und Radfahrer unterwegs, die dem Sonderling aber nur teilweise Beachtung schenken.
243 005 (DB- Museum) mit Leerreisezug verlässt Niederwalgern mit Ziel Treysa am 1. Mai 2017. Bei den Wagen handelt es sich um Fahrzeuge der Eisenbahnfreunde Treysa; ein Teil davon wurde 1967 von Wegmann & Co an die CFL geliefert.
Preussische Dampflok der Baureihe S7 (Bauart de Glehn) zwischen 1903 und 1914 vor einem Eilzug nach Giessen (- Kassel ?) auf dem Friedberger Viadukt.
Diese und viele andere interessante Aufnahmen befinden sich in der Bahnsteigunterführung von Friedberg (Hessen). Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Stadtarchiv Friedberg (Hessen)
Frankfurt-Eschersheim- hier wird der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahn einiges verändern (Aufnahme vom Sommer 2012).
Nach knapp 200 km Fahrt ist Frankfurt/Main Hbf erreicht. Schon 1852 gab es Züge, die von hier auf der Main-Neckar-Bahn weiter nach Süden fuhren. Von der Camberger Brücke läßt sich der Bahnbetrieb gut beobachten, aber nur mittelprächtig fotografieren (Sommer 2013).
Links und Literatur:
  1. Hochinteressante Statistiken aus der Welt der Eisenbahn
  2. Rudolf Bührer: Eisenbahnbrücken aus Spannbeton (am Beispiel der Ederbrücke bei Grifte)
  3. Michael Meinhold: Hessens Herzstück in H0, erschienen in der MIBA 5/2002 und 6/2002
  4. Leonore Wessel: Geschichte der kurhessischen Eisenbahnpolitik